Materialwahl

Hochwertigste Materialien

Prinzipiell werden für die doch recht aufwendige Herstellung eines Maßschuhs nur hochwertigste Materialien verwendet. Bei Herren wird hauptsächlich Boxkalb, Rindsbox und geprägte Leder wie Scotchgrain für festere Schuhe, Winterschuhe oder auch Golfschuhe genommen. Der beliebte „Norweger“ wird zum Beispiel aus Scotchgrain angefertigt. Dieses Leder hat eine warme Prägung bekommen (die Prägung wird mit heißen Platten auf das Leder aufgetragen) und dadurch eine festere und robustere Oberfläche (ähnlich einer Versiegelung) erhalten. Außerdem werden hierfür Rindsleder genommen, die etwas robuster sind als Kalb. Auch exotisches Leder wie Rochen, Strauß und Kroko kommen zum Einsatz.

Fantasie in Design und Materialwahl

Für die Anfertigung der Damenschuhe ist der Fantasie weder vom Design noch von der Materialwahl her eine Grenze gesetzt. Schlangenleder in den verschiedensten Farben ist immer wieder en vogue. Klassiker sind vor allem sehr weiche geschmeidige Leder wie das Nappaleder, das nach der Gerbung in einer Trommel weich gestoßen wird. Sehr beliebt ist auch Rauleder, von dem zwei Arten unterschieden werden: dies sind Nubuk und Velour. Nubuk wird auf der Narbenseite geschliffen (das ist jene Seite, die sonst außen ist). Es ist ganz kurzfasrig und daher das feinere, das samtigere Material. Velour hingegen wird auf der Fleischseite geschliffen und ist langfasriger.
Auch aus Duschvorhängen wurden schon Schuhe gemacht. Wenn Schuhe aus Stoff sind, werden sie mit Leder gefüttert. So erhält man den Vorteil des Leders, denn es nimmt Schweiß auf und bietet dem Schuh die nötige Festigkeit.

Nicht nur die Oberteile, auch das Futter wird auf die besonderen Anforderungen des Schuhs abgestimmt. Da man es beim Futterleder ja weich haben will und es direkt auf der Haut getragen wird, verwenden die Maßschuhmacher gerne ein vegetabil gegerbtes Kalbs- oder Rindsleder, somit kommen keine chemischen Gerbstoffe zum Einsatz.

Heinz Schwarz (St. Johann am Tauern):  „Unsere Jagdstiefel werden mit Filz gefüttert. Dies hat im Vergleich zu Lammfell den Vorteil, dass der Filz durch Beanspruchung nicht an Volumen verliert und auch die Feuchtigkeit wesentlich besser abgibt.“